Veränderung aktiv gestalten – Entwicklung als Chance

Smart Watts – das zeitgemäße Informations- und Steuerungsmodell als Tor zu neuen Märkten

Ein dezentrales Energiesystem

Ziel des Smart-Watts-Projektes ist ein zeitgemäßes, die neuen Marktregeln optimal unterstützendes Informations- und Steuerungsmodell für das Energiesystem der Zukunft. Dieses lässt sich als Netzwerk aus zahlreichen unabhängigen Akteuren beschreiben – seien es Erzeuger, Verbraucher oder Dienstleister. In diesem Energie-Web interagieren die Akteure in unterschiedlichen und stetig wechselnden Konstellationen. Auf informationstechnischer Ebene wird das Netzwerk durch ein adäquates System abgebildet: das Internet der Energie.

Aufgabe im Energie-Web ist es, zu jedem Zeitpunkt die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch unter Einbeziehung verfügbarer Speicher- und Lastverschiebungsmöglichkeiten zu sichern. Dabei ist nicht mehr nur die bisher geltende Wirkrichtung – die Erzeugung folgt dem Verbrauch –, sondern eine beidseitige Beeinflussung möglich.

Energie trifft Information

Die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch, also zwischen Angebot und Nachfrage, stellt sich durch die Beeinflussung der Akteure über den Preis ein. Die aktuelle Preisentwicklung sollte den Erzeugern und Verbrauchern also bekannt sein. Denn nur so kann ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage erzielt werden. Hieraus erschließt sich der Grundgedanke des Smart-Watts-Projektes: Der Energiefluss von der Erzeugung bis zum Verbrauch soll im Internet der Energie von Informationen über den aktuellen Preis, die Qualität und insbesondere die Herkunft der Energie erschlossen werden. Dadurch, dass Informationen die Kilowattstunden begleiten, werden sie zu Smart Watts, zu intelligenten Kilowattstunden. Das Smart-Watts-Konzept unterscheidet die einzelnen Kilowattstunden, es verschafft ihnen einen individuellen und zeitabhängigen Wert.

Es bietet damit neue Möglichkeiten, den Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu regulieren. Information wird also zum Produktionsfaktor entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Energiesystems.

Gezieltes Einspeisen und Entnehmen

Smart Watts bedeutet jedoch nicht: ein Preis im gesamten System. Jeder Lieferant, der seinen Bilanzkreis mit seinem individuellen Mix aus Erzeugungseinspeisungen, Handelsgeschäften und Kundenbelieferungen in der Balance zu halten hat, soll über eigene Optionen verfügen, wie er diese Balance erreicht. Neben Handelsgeschäften als den üblichen Instrumenten verfügt er im Smart-Watts-Konzept noch über die Option, über aktuelle Preissignale auf diejenigen Erzeugungsanlagen oder Verbraucher einzuwirken, die seinem Bilanzkreis zugeordnetet sind, um so teure Regelenergie zu vermeiden.Die Entwicklung des Energiesystems in Richtung eines Energie-Webs kann nicht durch eine verordnete Grundsatz-Korrektur, durch ein plötzliches Schalterumlegen gelingen. Der Wandel muss allmählich vollzogen werden und mit den vorhandenen Strukturen kompatibel sein. Hier setzt Smart Watts auf Lösungen, die in den Bestand integrierbar und stetig erweiterbar sind.

Energie-Standort Deutschland

Das Internet der Energie birgt große Chancen für die Entstehung neuer Märkte und Arbeitsplätze. Smart Watts soll mit dazu beitragen, die globale Vorreiterrolle Deutschlands im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Effizienztechnologien dadurch auszubauen, dass auch die intelligenten Steuerungsverfahren für eine optimale Nutzung mit angeboten werden.